Kuschelmonster-Blog

Hinter den Kulissen von RIESENmikroben & Co.

Wieder mal Zahlungsarten

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Inzwischen sind wir alle wohlbehalten in der SEPA-Welt angekommen, wobei sich nur die Postbank einen für uns merklichen Lapsus geleistet hat, indem sie die Buchungen des 11.06. über HBCI doppelt ausgegeben hat – einmal mit Kontonummer/BLZ, einmal mit IBAN/BIC.

Die Fiducia als technischer Dienstleister der Genossenschaftsbanken belässt es bei der Kontonummer und quetscht die IBAN zusätzlich ins Betreff-Feld. Nicht gerade Sinn der Sache, zur Not funktioniert das aber.

Eigentlich soll es in diesem Eintrag aber um das groß angekündigte Online-Zahlungssystem der deutschen Banken gehen, den langerwarteten Gegenschlag zu PayPal.

Ja, die deutschen Banken sind tatsächlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und haben erstaunt festgestellt, dass sich Geldgeschäfte inzwischen schon über Facebook erledigen lassen. Dabei hat man doch jahrelang behauptet, mit Giropay das bestmögliche System am Markt zu haben, irgendwann müsse das auch der Kunde endlich einsehen. Plötzlich haben Facebook, Google, PayPal & Co. europäische Banklizenzen und stehen kurz davor, den etablierten Banken die junge Kundschaft abspenstig zu machen.
Das wiegt umso schwerer, als sich mit Einlagengeschäft im Moment viel schlechter Geld verdienen lässt, als mit Überziehungs- und Kreditzinsen, man die junge Kundschaft, die das Konto auch gerne mal im Minus hat, somit nicht verlieren sollte.

Also wurde der Entschluss gefasst, endlich gemeinsam an einem Strang zu ziehen und der ausländischen Konkurrenz mal ordentlich zu zeigen, wem der deutsche Kunde in Gelddingen vertraut.

Und jetzt das: Sparkassen ziehen eigenen Online-Bezahldienst auf

Den Sparkassen war angeblich um die Sicherheit der Kundendaten bange, so dass sie leider, leider aus dem gemeinsamen Projekt aussteigen mussten. Aber keine Sorge, man werde schon bald mit einem eigenen PayPal-Konkurrenten auf den Markt kommen.

Wer die Preispolitik der Sparkassen betrachtet, erkennt schnell, dass Preisführerschaft kein Ziel der Sparkassen ist. Bei Geschäftskonten ist man in der Regel sogar unverschämt teuer. Ein Zahlungsdienst allein der Sparkassen wird sich gegen PayPal deshalb wahrscheinlich ungefähr so gut behaupten können, wie MeinPaket gegen eBay und Amazon. Geringere Reichweite, dafür aber teurer.

Dabei hätten es die deutschen Banken weiterhin selbst in der Hand, die amerikanische Konkurrenz ohne größere Probleme auszubooten:

Würde man Überweisungen dem Empfängerkonto endlich rund um die Uhr binnen weniger Minuten gutschreiben, und zwar auch bankübergreifend, würden viele Online-Händler PayPal sofort aus dem Shop nehmen. PayPal ist bei Händlern nämlich alles andere als beliebt, da die Transaktionskosten hoch sind und sich das Unternehmen bei Problemen nicht nur arrogant verhält, sondern auch hinter seinem luxemburgischen Hauptsitz versteckt (übrigens sind das die Gründe, warum wir keine Zahlungen per PayPal akzeptieren).

Eine sofortige Durchführung von Überweisungen könnten die Banken sogar unter Beibehaltung ihrer aktuellen Infrastruktur umsetzen. Es ist ja nicht so, als ob Überweisungsdaten auf Magnetband geschrieben und dann per Post zur Bundesbank geschickt würden. Ein Austausch über Datenleitungen ist schon lange Usus, und es ist kaum vorstellbar, dass den Banken untragbare Mehrkosten entstehen würden, wenn man die Daten nicht nur einmal täglich, sondern alle 20 Minuten austauschen würde.

Nun ja, statt also die naheliegende und verhältnismäßig einfach umsetzbare Lösung zu verfolgen, gründet man lieber einen eigenen PayPal-Klon. Wenn sich das mal nicht als (erneuter) Irrweg herausstellt…

 

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