Kuschelmonster-Blog

Hinter den Kulissen von RIESENmikroben & Co.

Warum nicht PayPal?

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Immer wieder einmal stellen Kunden die Frage, warum keine Zahlung per PayPal, Kreditkarte oder auf Rechnung möglich ist. Das liegt daran, dass diese Zahlungsarten zu unsicher, zu aufwendig oder zu teuer sind:

PayPal hat sich durch sein Verhalten gegenüber Händlern wie Kunden als seriöser Geschäftspartner disqualifiziert. Zwar stellt sich das Unternehmen gern als Hort der Sicherheit beim Bezahlen von Online-Käufen dar, in der Praxis werden aber Verkäufer und auch Käufer viel zu oft unnötig gegängelt. Dass von Verkäufern verlangt wird, Einkaufsbelege für die Ware einzureichen – und zwar an ein Unternehmen, das sich deutscher Jurisdiktion so weit wie möglich zu entziehen versucht – ist einfach inakzeptabel. Ein solches Verhalten würde sich kein Unternehmer von einer Bank, als die sich PayPal ja gern sieht, gefallen lassen, jedenfalls nicht für ein einfaches Geschäftskonto. Und dass von PayPal nach Gutsherrenart Kontosperren verhängt werden, ist der Sache auch nicht zuträglich. Oft gerät ein Händler nur deshalb ins Schlingern, weil PayPal grundlos sein Konto einfriert. Ein guter Blogartikel zu diesem Thema ist übrigens http://elliotjaystocks.com/blog/good-riddance-paypal/

Kommen wir zum Rechnungskauf und zur Lastschrift. Bei beiden Zahlungsarten besteht das Risiko, dass die Ware verschickt ist, der Kunde aber nicht bezahlt. Leider ist Betrug im Online-Handel ein nicht zu unterschätzendes Thema, weshalb man sich als Händler aussuchen kann, ob man die Kosten dafür lieber in Form einer Factoring-Vereinbarung oder als Anwalts- und Gerichtskosten tragen will. Im ersten Fall wird die Forderung sofort nach dem Kauf an ein Inkassounternehmen abgetreten, im zweiten verfolgt man die säumigen Zahler auf eigene Faust. In beiden Fällen sind die Kosten bei Warenkörben unter 100 EUR verhältnismäßig hoch, sie liegen bei etwa 7-10% der Rechnungssumme. Das ist gemessen am Komfort- und Zeitgewinn viel zu teuer, denn letztendlich müssten diese Kosten selbstverständlich auf die eine oder andere Weise auf die Kunden umgelegt werden. Entweder in Form eines direkten Aufpreises für eine bestimmte Zahlungsart oder versteckt in höheren Versandkosten.

Die Zahlung per Kreditkarte liegt irgendwo zwischen den beiden vorgenannten Möglichkeiten. Die Kosten liegen in der Summe auch bei etwa 5-10%, außerdem muss der Kunde zur Eingabe der Kreditkartendaten auf eine Webseite des Zahlungsdienstleisters umgeleitet werden, denn die Sicherheitsanforderungen sind (zurecht) hoch.

Glücklicherweise haben wir in Deutschland – und inzwischen auch im gesamten Euroraum – eine sehr leistungsfähige und kostengünstige Alternative: die gute alte Überweisung. Sie ist schnell (bank- oder verbundintern wird oft binnen weniger Minuten gebucht, sonst nach höchstens 24 Stunden), kostengünstig und sicher. Außerdem bietet sie eine gewisse Kundenselektion. Vorkassezahlung per Banküberweisung schließt schon einmal diejenigen aus, deren Kontostand eine sofortige Zahlung gar nicht mehr hergeben würde. Nun argumentieren die Anbieter anderer Zahlungsarten damit, dass sie gerade auch eigentlich Zahlungsunfähigen den spontanen Einkauf erlauben würden, aber ist das wirklich ein Vorteil für den Händler? Wenn der Händler nämlich erheblichen Aufwand für das Inkasso oder die Betreuung schwieriger Kunden betreiben muss, wird aus dem zusätzlichen Umsatz nicht automatisch auch ein Gewinn.

Und was ist mit dem Kunden? Die niedrigen Transaktionskosten schlagen sich in niedrigeren Preisen bzw. Versandkosten nieder. Außerdem hat der Kunde den Vorteil, dass er online keine Zahlungsdaten angeben muss, weder eine Kontoverbindung noch eine Kreditkartennummer, und auch keine für eine Bonitätsprüfung erforderlichen Zusatzinformationen wie z.B. das Geburtsdatum oder eine Telefonnummer. Daten, die nicht erhoben werden, können auch nicht missbraucht werden, und das ist angesichts massiver Sicherheitslücken in vielen Online-Shops nicht unwichtig.

Was das Geld an sich angeht, trägt der Kunde das volle Risiko. Sobald die Überweisung gutgeschrieben ist, ist sie nicht mehr rückrufbar. Hier muss man aber das Gesamtbild im Blick behalten. Wir verkaufen RIESENmikroben seit 2004 und beabsichtigen, das auch in Zukunft zu tun. Der Einstieg in den Vorkassebetrug würde nach kürzester Zeit dazu führen, dass Berichte geprellter Kunden im Internet auftauchen würden. Ab diesem Zeitpunkt wäre das Geschäft mit den RIESENmikroben beendet. Während jedoch beim Handel mit hochpreisiger Ware ein ergaunerter Monatsumsatz unter Umständen sogar reizvolle Dimensionen erreichen könnte, wäre Vorkassebetrug bei Spielwaren ein sehr, sehr schlechtes Geschäft.

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